Google AdWords Editor 11.1.2


Mit dem Sprung von Version 10.6 auf v11 hat Google den AdWords Editor vollständig überarbeitet.

Was beim ersten Blick sofort auffällt: Die Navigation hat sich grundlegend geändert: So sind die bisher gekannten Tabs für Keywords, Anzeigen u.ä. nun auf die linke Seite unter den Kampagnen-Baum gerutscht. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, birgt aber einige Vorteile: Durch das Wegfallen der zweiten Navigationsebene aus dem alten Editor (Keywords – einschließende, ausschließende; Anzeigen – Text, Bild) sind die Klickwege zwischen den genannten Elementen kürzer, da diese nun alle untereinander erscheinen. Sehr gut gefällt für Kontrollzwecke die Einblendung der Anzahl von Keywords, Anzeigen usw. auf einen Blick.

Das Herunterladen umfangreicher Accounts und Statistiken, sowie das Hochladen klappt flott mit einer Ausnahme, auf die gleich noch eingegangen wird.
Das Handling mehrerer Konten im Agenturalltag ist ebenfalls einfacher geworden. Bei 2-Wege-gesicherten Logins ist nun nicht mehr das App-Passwort nötig, sondern der normale Login in Verbindung mit dem Mobiltelefon, auf dem die Verifizierungsnachricht eintrifft. Hat man sich einmal auf diese Weise authentifiziert, bleibt man selbst über die aktuelle Sitzung hinaus angemeldet und kann jederzeit alle Konten innerhalb des Kundencenters herunterladen, ohne sich jedesmal neu anzumelden, wie es bisher der Fall war.

Ein weiteres Feature, das sehr positiv aufgenommen wird, ist die Unterstützung von Labels. Wer bereits im größeren Stil damit in der Web-Oberfläche gearbeitet hat, wird sich über den Wegfall der „Parallelwelt“ freuen, bestimmte Elemente nach dem Upload in der Oberfläche zu suchen/filtern und nachträglich zu labeln.

Im produktiven Einsatz bei ersten Kunden fallen allerdings in der momentan eingesetzten Version 11.1.2 auch einige Punkte auf, die verbesserungswürdig sind:

  • Mit der gerade noch gelobten Unterstützung von Labels hat der Editor leider große Probleme, wenn diese im größeren Umfang in den Account hochgeladen oder heruntergeladene Änderungen verarbeitet werden sollen. Beim Upload einiger tausend Label-Änderungen können durchaus einige Stunden verstreichen, was im Bearbeitungs-Timing für größere Konten einkalkuliert werden muss.
  • In den erweiterten Gebotsanpassungen versteckt sich ein Bug, der gravierende Auswirkungen haben kann: Der Editor behandelt Punkt und Komma als Dezimaltrennzeichen nicht wie hierzulande übrig, sondern nach dem US-Standard. Das bedeutet, wenn beispielsweise eine Obergrenze für Gebotsanpassungen angegeben wird, die keine volle Zahl ist, muss diese mit Punkt anstelle des Kommas als Dezimaltrennzeichen angegeben werden. Wird ein Komma verwendet, so wird das Gebotslimit schlicht ignoriert. Es empfiehlt sich bei umfangreichen Gebotsänderungen über die erweiterten Gebotsanpassungen vor dem Upload einen kritischen Blick über die geänderten Elemente zu werfen.
  • Die Filtermöglichkeiten sind sehr umfangreich, werden aber bei Ausführung alle in eine Zeile oberhalb des großen Bearbeitungsfeldes geschrieben. Dies führt aber dazu, dass bei komplexen Filtern die Zeile schnell voll ist und das Editieren des Filters teils unmöglich wird, wenn Teile aus dem sichtbaren Bereich verschwinden. Die Umsetzung der erweiterten Suche im Editor 10.6 über das PopUp, dessen Filterbestandteile sich beliebig erweitern und editieren ließen, erscheint hier praktischer.

Zusammengefasst schlägt der neue AdWords Editor einige gute neue Wege ein, stößt in manchen Szenarien aber an seine Grenzen. Für eine gewisse Zeit wird daher der parallele Einsatz von neuem und alten Editor favorisiert, in der Annahme, dass die genannten Unzulänglichkeiten mit den nächsten Versionen behoben werden.

Der Editor steht in der jeweils aktuellen Version zum Download bereit.

Quelle: http://www.google.de/intl/de/adwordseditor/

Autor: Matthias Böhnert